Grandioses Panorama über den Rupertiwinkel
Die Friedenslinde und die Friedenskapelle auf dem Schlossberg in Tettelham
Ein grandioses Panorama über den Rupertiwinkel eröffnet sich auf dem Schlossberg über Tettelham. In wenigen Minuten Fußmarsch führt der Weg von der Staatsstraße 2104 – kommend vom Anwesen Hofbauer – hinauf zur Friedenslinde und Friedenskapelle (597 m). Markant und exponiert stehend überdauerte die nach dem 1. Weltkrieg 1919 von Heimkehrern aus Dankbarkeit gepflanzte Linde Wind und Wetter, bis am 25. Februar 1944 – wieder die unsäglich-schlimme Zeit eines Weltkrieges – die Tragfläche eines abgeschossenen amerikanischen Bombers die Linde beschädigte. Die Linde „überlebte“ die Verletzung und heute noch zeugt eine Narbe in der Rinde vom damaligen Ereignis. Von den Besatzungsmitgliedern des Flugzeuges überlebten Vier, die sich mit dem Fallschirm retten konnten. Fünf Soldaten fanden den Tod.
Die Friedenskapelle auf dem Schlossberg – 1949 errichtet aus Dankbarkeit der Heimkehr – beinhaltet eindrucksvoll gestaltet die Namen der im Krieg Gefallenen aus der Pfarrei Otting. Auf Betreiben des beim Absturz des Bombers 17jährigen Augenzeugen Andreas Seehuber enthält die Kapelle seit 1988 auch eine Tafel mit den Namen der getöteten amerikanischen Soldaten.
Und wieso Schlossberg?
Die Geländeform oben auf dem Berg zeigt deutlich Spuren einer ehemals hier stehenden Burg. Nicht nachweisbar, jedoch als wahrscheinlich zu sehen diese Burg an dieser Stelle bereits um 750. Wegen der Lage hoch über dem Land könnte es hier bereits zur Kelten- und Römerzeit eine „Überwachung“ der wichtigen Straße von Salzburg über Waging, Scherzhausen und Holzhausen nach Augsburg gegeben haben. Sicher zu belegen der Bau einer großen Burg in den Jahren 1000 – 1100. Auch sicher belegt der Verkauf 1349 durch die „Plainer“ an den Fürsterzbischof von Salzburg. Ab 1694 wegen Baufälligkeit nicht mehr bewohnbar begann der Verfall und 1696 verkaufte der Erzbischof die Grundstücke und dazugehörenden Gebäude an den Hofbauer.
Die noch zu verwendenden Steine gingen in den Verkauf. Der im Besitz des Fürsterzbistums Salzburg verbliebene Burghügel und 6 Tagwerk Grund gingen 1754 im Verkauf ebenfalls an den Hofbauer. Der aus Sicherheitsgründen verfügte weitere Abtrag der Burg fand ungefähr 1860 mit dem Verbot durch das Amtsgericht Traunstein ein Ende – dies der Beginn des Denkmalschutzes auf dem Schlossberg.
Land und Leute, Geschichte und Geschichten …
Der äußerste Südosten Bayerns mit Chiemgau, Rupertiwinkel und Berchtesgadener Land schickt mich in seiner Vielfalt immer wieder auf die Suche …
Eure Rosi
Bilder RoHa-Fotothek Fürmann