Schloß Staufeneck - es wacht über den Rupertiwinkel ...
... Und der Hochstaufen? – er „wacht“ hoch aufragend über das Schloß

Der farbenprächtige Herbst – in diesem Jahr 2021 für Fotos über Wochen in seinen Motiven schier unerschöpflich. Wo sollte man zuerst hin? Wo gibt es das Lohnenste? Und dann ja noch der Nebel, der schnell und unerwartet der Farbenpracht ein Ende setzt oder der Herbstwind, der die Blätter fallen lässt.

Tagtäglich geht die Fahrt für viele auf der an Piding vorbeiführenden Autobahn A8, der Bundesstraße und der Staatsstraße unterhalb meines heute gewählten „Motivs“ vorbei. Hoch über dem Talgrund des Achentals und beinahe als beschützt zu sehend am Fuße von Fuderheuberg- und Hochstaufenmassiv liegt das ehrwürdige Schloß Staufeneck.

Vor meinem „Fotoherbstspaziergang“ will ich aber mehr wissen von diesem monumentalen Bauwerk, das die Jahrhunderte überdauerte und wohl noch überdauern wird.

Auszug aus der Broschüre „Schloß Staufeneck“ von Max Wieser:

Beherrschend ist ihr Platz oberhalb der alten Salzstraße am Talausgang von Bad Reichenhall. Dieser Wächter aus alten Zeiten wurde zum Schutz der Salinenstadt und des Salzhandels erbaut. Der jeweilige Besitzer von Schloss Staufeneck konnte somit die Reichenhaller Salzstraße bewachen und kontrollieren. Anhand alter Zollbücher vom Mauthaus zu Mauthausen können wir feststellen, dass auf dieser Straße ein lebhafter Handel betrieben wurde. Besonders im Winter waren die Salzfuhrleute mit ihren schwer beladenen Salzwagen Tag und Nacht unterwegs. Von Schloss Staufeneck aus konnten die Erzbischöfe von Salzburg den Pulsschlag des Salzhandels fühlen, der zugleich den Lebensnerv von Bad Reichenhall, Traunstein und München bedeutete.

Genau diesen „Pulsschlag“ des Lebens an dieser so geschichtsträchtigen Stelle will ich erleben und erfühlen und die Mächtigkeit im Bild festhalten; eine Mächtigkeit, die den Menschen jener Zeiten Angst einflößte und Furcht verbreitete unter den Untertanen; die Mächtigkeit, die ausgenutzt Reichtum und Macht für einige wenige und Armut für die vielen anderen brachte.

Mein Weg führt vom Parkplatz Gasthof Staufeneck leicht ansteigend durch den Herbstwald. Immer wieder gibt der schon lichte Wald den Blick frei zum Ziel der Wanderung.

Für mich besonders reizvoll die 2019 von den jetzigen Besitzern von Schloß Staufeneck den ganzen Weg entlang errichteten 14 Kreuzwegstationen. Sie lassen sich jeweils bei einer kurzen Rast betrachten und geben so manchen Impuls zum Nachdenken.

Groß und mächtig steht das Schloss Staufeneck als beredter Zeuge einer wechselvollen Geschichte am Ende meiner Wanderung: Maßgeblich geprägt diese Region über die Jahrhunderte durch das Salz mit Fördern, Versieden und Handel treiben; geprägt durch das Zusammenleben von Erzstift Salzburg und Bayern; geprägt durch die Menschen, die hier über die Jahrhunderte, ja Jahrtausende lebten und arbeiteten…
… und geprägt von den Menschen, die das Schloss nach wie vor tagtäglich auf ihrem Weg durch das Rupertiwinkler Stoißer Achental passieren…

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentar schreiben

* Diese Felder sind erforderlich