Laternenzauber um den Höglwörther See
800 Laternen weisen in stockdunkler Dezembernacht den Weg um den See

Wie mag es Maria und Josef ergangen sein bei Ihrem Gang von Nazareth nach Bethlehem vor mehr als 2000 Jahren?
„Des war a weiter Weg daselm, von Nazareth nach Bethlehem. Berg und Tal und große Wälder, Möser, Wiesn, Ötzn, Felder, gache Leitn, tiafe Grabn, wias halt mia aa überall habn.  Schattnseitig warn de Weg vereist, da hat da Josef d’Frau dann gweist, na wars für sie net gar so gfährlich und net so mühsam und beschwerlich.“
So beschreibt der berühmte Teisendorfer Mundartdichter Karl Robel († 2017) in seiner Rupertiwinkler Weihnachtsgschicht den langen Weg.

Die Schützengesellschaft Höglwörth-Anger lädt alljährlich am 1. Adventswochenende ein, symbolisch mit Maria und Josef zu gehen und Herberge zu suchen – seit 2011 für Groß und Klein ein ganz besonderes Ereignis im Advent, in der Zeit des Wartens auf das Christkind:  Nicht „Christkindlmarkt-Kommerz“ sollte es sein, was die Schützen wollten und sie begeistern mit ihrer Idee des Höglwörther Laternenzaubers.

Rund 30 Helfer beginnen bereits 14 Tage vorher mit dem Bestücken der Laternen mit Echt-Kerzen, bauen die Hütten, die Krippe und Herberge auf und fertigen die Strohpuppen für die lebensgroßen „Bilder“ am Wegesrand um den Höglwörther See. Am Tag vor dem Laternenzauber werden die 800 Laternen auf Eisenstäben in den Boden gesteckt und befestigt, um jeweils mit der einsetzenden Dämmerung von 16 Uhr bis in die dunkle Winternacht um 20 Uhr am Wegesrand zu leuchten.

Im Gastgarten – Klosterwirt in Höglwörth – klingt der Abend am gemütlichen Schwedenfeuer bei wärmendem Glühwein und Punsch und einer Bosna „mit Freunden“ aus.


Land und Leute, Geschichte und Geschichten …
Der äußerste Südosten Bayerns mit Chiemgau, Rupertiwinkel und Berchtesgadener Land schickt mich in seiner Vielfalt immer wieder auf die Suche …

Eure Rosi

Bilder: RoHa-Fotothek Fürmann
 

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